Das kommt mir nicht in die Tüte

file000157939312Wir alle kennen das Bild. Egal wo, ob vor dem Supermarkt, oder in Einkaufszentren, überall begegnen uns Menschen mit Tüten aus Plastik. Das mag bequem sein, aber gut ist das nicht.

Pro Jahr gehen ca. 5,3 Millionen Plastiktüten über den Tisch, die Theke und überhaupt. Jährlich werden so mehr als 100.000 Tonnen Kunststoff vergeudet und mehr als 160.000 Tonnen des Treibhausgases Kohlendioxid ausgestoßen. 

Besonders umweltschädlich ist das achtlose Wegwerfen von Plastiktüten in die Natur. Es beeinträchtigt nicht nur die Ökosysteme und gefährdet Lebewesen, sondern verursacht auch einen massiven Verlust an Ressourcen. Eine grobe Schätzung geht davon aus, dass für die Herstellung der in der EU pro Jahr deponierten Plastiktüten Strom von durchschnittlich 1,67 Atomkraftwerken notwendig ist.

Landschaftliches Littering
Neben Fast-Food-Verpackungen und unbepfandeten Einweg Getränkeverpackungen werden insbesondere Plastiktüten gelittert und beeinträchtigen das Erscheinungsbild öffentlicher Flächen in negativer Weise.
Die Verschmutzung des öffentlichen Raumes kommt in der Stadt ebenso wie in der Landschaft vor, macht sich aber vor allem als urbanes und suburbanes Phänomen bemerkbar. Von der Vermüllung sind Straßen, öffentliche Plätze, Parks und Wegränder besonders betroffen. Insbesondere dünnwandige und deshalb leichte Einweg-Tüten werden schnell vom Wind umhergeweht.
Der sogenannte „Blow Trash“ hängt zumeist an Bäumen, Zäunen oder Felsen und lässt mitunter ganze Landstriche vermüllt aussehen. Die Säuberung öffentlicher Räume von Plastikabfall verursacht nicht nur erhebliche Kosten, sondern stellt auch für Tiere ein Gefährdungspotential dar. Land- und Meerestiere können Futter und Plastikmüll nicht voneinander unterscheiden und verhungern, wenn sich in ihren Mägen unverdaulicher Abfall befindet.


Marines Littering – Abfälle im Meer
file000412682903Abfälle im Meer stellen ein gravierendes ökologisches, ökonomisches und ästhetisches Problem dar. Plastikmüll macht etwa 70 Prozent des in marine Gewässer eingetragenen Abfalls aus und benötigt bis zu 450 Jahre zum vollständigen Abbau.
Dabei spielt es keine Rolle, ob Kunststoffe biologisch abbaubar sind oder nicht. In Wasser zersetzen sich kompostierbare Kunststoffe ebenso schlecht wie herkömmliche Kunststoffe.

Eine Alternative: Mehrweg-Tragetaschen

Warum sind Mehrweg-Tragetaschen umweltfreundlich?
Für eine Tüte, die nicht hergestellt werden muss, wird weder Material, noch Energie benötigt. Dieser einfach klingende Grundsatz entspricht dem Vermeidungsansatz der fünfstufigen Abfallhierarchie der europäischen Abfallrahmenrichtlinie und des deutschen Kreislaufwirtschaftsgesetzes: Abfälle sind in erster Linie zu vermeiden. Nicht vermeidbare Abfälle sollen in abnehmender Prioritätenfolge wiederverwendet, recycelt, verwertet oder beseitigt werden.

Aufgrund ihres Mehrwegcharakters bieten Tragetaschen aus Baumwolle, Jute oder Kunststofffasern einen hohen Anreiz, für umweltbewusstes und ressourcenschonendes Verhalten. Für einen umweltbewussten Einkauf sollten Verbraucherinnen und Verbraucher eine Einkaufstasche, einen Rucksack oder einen Korb benutzen – gleichgültig, ob aus Baumwolle, Jute, Kunstfaser oder anderem Material. Denn: Mehrweg ist besser als Einweg.

Das Umweltbundesamt bestätigt „Stofftaschen und andere Mehrweg-Behälter schneiden aus Umweltschutzsicht deutlich besser ab als alle Arten von Einwegtüten, die oft auch viel zu schnell zerreißen und ihren Zweck nicht mehr erfüllen“ .

Um eine Plastiktüte zu produzieren, benötigen die Hersteller Erdöl, Energie und Wasser. Dieser Einsatz natürlicher Ressourcen und die Umweltbelastungen werden begrenzt, wenn Tüten oder Taschen so oft wie möglich genutzt werden. Aufgrund ihrer Verarbeitung und Stabilität sind Mehrwegtragetaschen darauf ausgelegt bis zu mehrere hundert Mal wiederverwendet zu werden. Durch die Verwendung einer Mehrwegtasche und den Verzicht auf die Nutzung von Einwegtüten könnte ein Durchschnittseuropäer jeden zweiten Tag eine Plastiktüte, in einem Jahr 176 und in 20 Jahren über 3.500 Plastiktüten vermeiden.

Damit eine Mehrwegtragetasche ökologisch besser abschneidet als eine Einweg-Plastiktüte ist eine Mindestanzahl an Wiederverwendungen notwendig. Mehrwegtragetaschen benötigen aufgrund ihrer Verarbeitung und Materialstärke gegenüber Einweg-Plastiktüten mehr Material, Ressourcen und Energie zur Herstellung. Klassische Materialien für Mehrwegtaschen, wie z.B. Baumwolle, Bast oder Flachs, verursachen durch ihren Anbau hohe Umweltauswirkungen in den Umweltbewertungskategorien Wasser- und Energieverbrauch, Eutrophierung und Versauerung. Um diesen „ökologischen Rucksack“ abzubauen, müssen Baumwollbeutel zwischen 25 und 32 Mal wieder verwendet werden, um besser als Polyethylen-Tüten aus Neugranulat abzuschneiden.

Quelle: Stiftung Naturschutz Berlin   www.berlintuetwas.de

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